Zwischen Tansania und Sansibar - Schule mal anders

12Juli
2015

Kwa heri Tanzania!

So, nun ist doch tatsächlich ein halbes Jahr herum. Ich weiß noch genau, wie ich im Schnee in Frankfurt losgeflogen und bei 40°C auf Sansibar gelandet bin. Und nun werde ich morgen um diese Zeit schon wieder im mittlerweile nicht mehr ganz so kalten Deutschland sitzen.

Es ist ein ganz komisches Gefühl und Deutschland ist für mich momentan weiter weg als die 5000km. Aber ich freue mich auch darauf, Familie und Freunde wiederzusehen, in meinem eigenen Bett zu schlafen und zum Frühstück nicht immer Toastbrot mit Marmelade oder Ei zu essen.

Ich weiß auch, dass ich bestimmt Tansania vermissen werde. Ich habe so viele Menschen kennenlernen dürfen: andere Freiwillige und Einheimische, und auch fremde Menschen riefen mir immer mal wieder ein „Mambo“ (Wie geht's?) zu. Das sieht man in deutschen Städten nicht allzu oft.

Dafür habe ich mich desöfteren über deren Arbeitseinstellung geärgert. Wenn man wieder stundenlang auf jemanden wartet, der angeblich auf dem Weg ist und dann entweder viel später oder auch einfach gar nicht erscheint. Auf der anderen Seite wird man selbst gefragt, warum man zur Arbeit kommt, wenn man doch müde ist. Naja, in Deutschland ist Müdigkeit eher eine schlechte Ausrede, dann kann man die nächste Zeit nämlich jeden Tag ausschlafen...

Aber es ist ja auch schön, alles ein wenig entspannter zu sehen und nicht von einem zum nächsten Termin zu hetzen!

Ich werde mich erstmal daran gewöhnen müssen, wieder Auto zu fahren und das möglichst auf der rechten Fahrbahnseite Dala dalas werde ich in Deutschland wohl eher nicht finden. Und auch, dass immer (oder zumindest fast immer) Strom und Wasser vorhanden ist, wird mir seltsam vorkommen. Abende bei Kerzenschein haben ja schließlich auch was...

Jetzt heißt es erstmal ein wenig schlafen, denn um vier Uhr (morgens!!!) kommt unser Taxi und dann heißt es „Tschüss Tansania“. Aber so richtig realisieren werde ich es wohl erst, wenn ich in Deutschland lande...

11Juli
2015

Zwei Tage auf Safari :)

Jetzt ist das Touristenprogramm endgültig abgehakt und die Safari gehört definitiv zu den besten Erlebnissen, die ich hier hatte.

Früh um 7 ging es gestern Morgen los, mit dem Jeep auf den Weg Richtung Tarangire National Park. Vier Stunden später waren wir dann angekommen und konnten direkt nach der Einfahrt eine große Horde Zebras und Gnus beobachten. Dass Zebras hier nicht so selten sind, haben wir relativ schnell begriffen, aber ich fand es auch am Ende noch wunderschön, sie zu sehen.

Als wir dann an einem See ankamen, konnten wir die Zebras baden sehen und danach kamen auch schon ganze Elefantenfamilien samt Babys zum Wasser, um dort drin zu liegen. Total schön, wie sie das scheinbar genossen haben. Sie haben richtig darin geplanscht

Nach dem Mittagessen, bei dem kleine Affen es auf unser Essen abgesehen hatten und sogar ein Stück Brötchen geklaut haben, ging es weiter durch die traumhafte Landschaft. Neben weiterer Zebras, Gnus und Gazellen konnten wir dann auch einzelne Giraffen und Löwen beobachten.

unser Auto Gazellen Zebras, meine neuen Lieblingstiere :) Elefanten beim Baden inclusive Baby unterwegs kämpfende Impalas

Abends ging es in eine Lodge, wo wir dann ganz schnell im Bett verschwunden sind, weil wir erstens so früh aufgestanden waren und zweitens heute auch schon um 6.30 Uhr aufbrechen sollten.

Nach einer einstündigen Fahrt heute früh sind wir dann im Nebel am Ngorongoro Crater angekommen. Ehe wir im Inneren des Kraters waren, war der Nebel auch verzogen und wir konnten den weiten Ausblick genießen. Ein riesiges, aber aufgrund weniger Bäume sehr gut überschaubares Land mitsamt verschiedener Tierherden lag vor uns. Neben erneut vielen Zebras, Gnus und Gazellen fanden wir hier auch wieder einzelne zutrauliche Löwen, schlafende Flusspferde und jede Menge rosa Flamingos vor. Außerdem konnten wir einzelne Nashörner, Büffel, Füchse und Hyänen beobachten. Nicht zu vergessen den Kronenkranich, der meinem Vater zuliebe hier extra erwähnt wird

Blick auf den Krater Löwin mit erbeutetem Büffel, zumindest Teile davon schlafende Flusspferde, keine Steine :D wieder ein schönes Zebra schlafende Löwinnen direkt am Auto Sehen doch ganz lieb aus?!

Leider konnten wir keine Leoparden sehen, welche die Big Five komplettiert hätten, aber immer schwierig zu sehen sind...

Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit unserer Ausbeute und es war eine schöne Erfahrung, die Tiere mal in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen und nicht eingesperrt in einem kleinen Käfig im Zoo.

Morgen muss ich mich dann wohl so langsam von Tansania verabschieden...

09Juli
2015

Kaffeeplantage, Lake Chala und der Abschied von meinen Kindern

Meine „Touristenwoche“ ist schon halb vorüber. Ich fühle mich auch ziemlich wie ein Urlauber: Ich wohne nicht mehr in meinem kleinen Zimmer, sondern in einem Hotel (der Auszug war ein ganz komisches Gefühl), werde ständig wie ein Touri auf der Straße auf Safari, Kilimanjarobesteigungen oder Taxifahrten angesprochen und jeder ist überrascht, wenn ich ein paar Brocken Kisuaheli spreche. Aber ich bin ja jetzt auch viel am herumreisen...

Am Dienstag ging es zu einer „Kahawa Shamba“-Tour.. Wir sind zu einer Fairtrade-Kaffeeplantage gefahren und haben dort den Weg von der Kaffeebohne zum fertigen Kaffee gesehen. Außerdem konnten wir unsere eigene Tasse Kaffee herstellen: Erst die Bohnen pflücken, dann schälen, rösten, mahlen und in heißes Wasser geben. So frisch bekommt man den Kaffee wohl selten, da musste auch ich mal eine Tasse probieren...

Kaffeebohne Bohnen werden geröstet... ... und zerstampft! Fertig! :)

Gestern ging es dann zum Lake Chala, einem See an der kenianischen Grenze, an dem ich vor einigen Wochen schon einmal war. Es ist sehr idyllisch und weil wir unter der Woche dort waren, hatten wir auch den riesigen See ganz für uns alleine. Man hört einfach nichts: Keine anderen Menschen, keine Autos, keinen Baulärm oder was auch immer. Das einzige, was man hört, ist das Rascheln der Laubbäume im Wind und ab und zu einen Affen, der von Baum zu Baum springt...

Schöner Ausblick :)

Heute haben wir dann meine Arbeitsstelle, das Salama Center, besucht. Obwohl sie ja eigentlich gerade – aus finanziellen Gründen – Urlaub machen, haben sie für einen Tag die Tür geöffnet und die Kinder eingeladen. Weil wsie vormittags geöffnet haben, konnten nur meine Kindergartenkinder kommen. Die anderen Kinder aus dem Nachmittagsprogramm sind zu der Zeit in ihrer Schule. Aber immerhin zwölf der 17 Kinder, mit denen ich am meisten zu tun hatte, waren da. Die Kleinen sind alle sehr offen und es dauerte nicht lange, bis auch mein Vater ein paar Kinder an sich hängen hatte. Nachdem wir dann ein bisschen gespielt, gesungen und getanzt hatten, musste ich dann Abschied nehmen vom Salama Center: von den Kindern und der Lehrerin Mage, die auch gekommen war. Es war ein seltsames Gefühl, sie zu verlassen, auch wenn die Kinder das wohl nicht richtig mitbekommen haben. Aber wie mir versichert wurde, bin ich immer wieder herzlich willkommen

Heute Abend steht dann das Abschiedsessen mit den anderen Freiwilligen an, bevor es dann morgen für zwei Tage auf Safari geht. Im Moment sind vor allem im Tarangire National Park viele Tiere zu sehen, wohl auch ganze Elefantenfamilien

Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten (und letzten) Tage hier auf Safari und in Moshi!

06Juli
2015

Zu Besuch bei den Maasais

Und wieder ist ein Wochenende vorüber und dieses Mal wurde es mal „richtig afrikanisch“ für mich: Es ging in ein Maasaidorf!

Nach etwa vier Stunden Fahrt sind wir dort angekommen und konnten zunächst die Landschaft ein bisschen erkunden. So stellt man sich auf jeden Fall Afrika vor: endlos scheinende Savanne, Herden von Kühen, Ziegen oder Esel und alle paar Meter ein Maasaidorf, bestehend aus kleinen Lehmhütten.

Traumhafte Landschaft :) Masaai vor einer Hütte Beim Feuermachen

Nach der Wanderung wurde für uns eine Ziege getötet. Ich hätte sie mir auch gerne in den Garten gestellt, aber es war interessant zu sehen, wie die Maasais das anstellen. Und das Auseinandernehmen war auch gar nicht so blutig wie gedacht und ich musste nur ein paar Mal kurz wegschauen.

Anschließend wurde das Fleisch dann gegrillt. Die Maasais selbst haben dann die restlichen Innereien der Ziege verwertet: Entweder wie z.B. die Niere direkt roh gegessen oder als Zutat einer Suppe gekocht. Das Fleisch habe ich probiert und war auch sehr lecker, an die Suppe mit den Innereien samt dem Gehirn habe ich mich nicht herangetraut. Die zwei von uns, die es probiert haben, meinten, sie hätten noch nie etwas so Ekliges gegessen...

Danach wurde für uns ein traditioneller Maasaitanz veranstaltet, zudem wir in die traditionelle Kleidung gehüllt wurden und mittanzen durften. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber echt schön

Traditionelle Kleidung der Frauen Ich in Maasaikleidung :) :)

Nach einem traumhaften Sonnenuntergang ging es dann ins „Bett“: Wir haben alle vier in einem Stall auf Ziegenmist, darüber Kuhhaut und ein Bettlaken geschlafen. Ich habe glaube ich noch nie so schlecht geschlafen. Es war ein richtig harter Untergrund und ab und zu hat das Baby nebenan geschrien oder irgendwer geschnarcht. Immerhin hatten wir keine Ratten und Spinnen bei uns, glaube ich zumindest.

Sonnenuntergang unser Schlafgemach

Um halb 7 war eh Schluss mit schlafen: Wir wurden zum Sonnenaufgang geweckt. Es ist so wahnsinnig ruhig dort und echt ein Genuss, dabei zuzuschauen.

Im Anschluss gab es Kuhblut zum Frühstück. Jaaaa Kuhblut!!! Dafür wurde mit Pfeil und Bogen aus kurzer Entfernung in den Hals einer jungen Kuh geschossen und das Blut aufgefangen. Der Kuh geht's aber gut!

Ich konnte das aber nicht trinken und habe mich stattdessen auf Toast und Butter beschränkt...

Die Maasais nutzen das Blut als Transfusion. Wenn sie selbst eine Wunde hatten, wird so der Blutvorrat quasi wieder aufgefüllt. Interessante Vorstellung...

Sonnenaufgang

Wir haben dann noch eine frisch geborene Babyziege gefunden, die aber anscheinend zu schwach war, um zu stehen und zu trinken. Wir haben probiert, sie zum Saugen bei der Mutter zu kriegen, aber sie wollte nicht so recht. Wahrscheinlich ist sie schon kurz darauf gestorben...

Wir haben alles gegeben... ...es wollte nicht auf eigenen Beinen stehen.

Trotz dem traurigen Ende war es ein unglaublich spannendes Wochenende und auch, wenn ich mich nicht an alles herangetraut habe, habe ich sehr viel über das tansanische Leben erfahren. Es gehört auf jeden Fall zu den schönsten Erlebnissen, die ich hier hatte.

Seit heute ist nun mein Vater für eine Woche hier. Dafür hieß es wieder früh aufstehen (hab ja keinen Schlafmangel vom Wochenende oder so...), denn um 5 Uhr morgens musste ich los. Aber auch wenn er mich am Flughafen etwas warten ließ, habe ich mich sehr über ihn gefreut und ich kann es kaum erwarten, ihm Moshi und Tansania ein bisschen zeigen zu können

03Juli
2015

Auf Besichtigungstour in Arusha...

Ende der Arbeit. Und das ziemlich erfolglos. Geplant war es, von Montag bis Mittwoch zu arbeiten. Unser Übersetzer hatte allerdings jeden Tag eine passende Ausrede parat, warum er nicht erscheinen konnte...

Stattdessen konnte ich dann meine wiedergekehrte Erkältung auskurieren, sodass ich mich mittlerweile wieder recht fit fühle.

Gestern war ich mit drei anderen Freiwilligen in Arusha, der zweitgrößten Stadt Tansanias und die nur knapp zwei Stunden Busfahrt von Moshi entfernt ist. Wir haben uns das Natural History Museum angeschaut, was ich allerdings nur bedingt empfehlen kann. Mein Reiseführer hat es schon als „bescheiden“ beschrieben und viel mehr als Bilder über einheimische Pflanzen und Tierarten gab es dort nicht zu sehen. Schon etwas traurig für ein Nationalmuseum...

tansanische Pflanzen Bilder der verschiedenen Stämme So vermeidet man Insektenstiche... Vor allem die letzten beiden Tipps finde ich super :D

Im Anschluss waren wir im „International Criminal Tribunal for Rwanda“, einem UN-Gericht, welches den Völkermord von Ruanda 1994 verhandelt. Seit Mai sind die Verhandlungen vorüber und Ende des Jahres wird das Gericht wohl auch endgültig geschlossen. Wir waren nicht angemeldet (es stand nirgendwo, dass das sinnvoll wäre), aber wir haben trotzdem eine kleine private Führung durch das Gebäude, den Gerichtssaal und die Bibliothek bekommen. Ganz kostenlos, sehr zu empfehlen! Schade, dass wir keine Verhandlung miterleben konnten, aber ich weiß auch nicht, wie es ist, wenn man jemanden sieht, der für knapp eine Million Tote mitverantwortlich ist.

Der Gerichtssaal Platz für die Richter

Auf jeden Fall ist Arusha deutlich größer und unruhiger als Moshi und ich mag Moshi viel lieber. Es ist immer ein bisschen wie „nach Hause kommen“, wenn man mit dem Bus die Stadt erreicht

 

Und gestern Abend hatten wir dann auch mal wieder Stromausfall, wie die ganzen letzten Tage abends... Schön, dass seit einem Monat mein Handy einen eigenen Willen entwickelt hat und selbst entscheidet, wann es geladen werden will und wann nicht. Nach zehn Minuten geht es aus, weil der Akku angeblich leer ist, um dann nach einer Stunde bei 80% zu sein. Allerdings wiederum nur für maximal fünf Minuten... Gebrauchen kann ich es eigentlich nur, wenn es in der Steckdose steckt (und bei 100% ist!!!!) und das ist problematisch, wenn der Strom ständig ausfällt. Wird auf jeden Fall Zeit, dass ich ein neues Handy bekomme, wenn ich zurück bin!

28Juni
2015

Endspurt...

Und schon ist wieder Wochenende bzw.auch wieder fast vorbei. Am Freitag war ich ein weiteres Mal bei den Hotsprings. Zusammen mit ein paar Freiwilligen hier aus Moshi und welchen, die auf Sansibar für die gleiche Organisation arbeiten und zurzeit auf dem Festland herumreisen.

Es ist eine richtige Oase mitten im Nichts, Fotos habe ich ja schon beim letzten Mal hochgeladen

Wir waren extra freitags, weil jetzt in der High Season die Hotsprings am Wochenende wohl ziemlich überlaufen sein sollen. Allerdings hatte eine etwa zehnköpfige norwegische Gruppe die gleiche Idee. Aber es war noch ok. Vor allem, weil die Freiwilligen von Sansibar eh nur einmal im Wasser waren. Dann war ihnen zu kalt bzw. die kleinen Fische haben gestört oder was weiß ich. Auf jeden Fall wollten sie dann wieder nach Hause. Aber da wir nicht zwei Stunden Taxi fahren, um eine halbe Stunde im Wasser zu plantschen, mussten sie halt noch ein paar Stunden auf uns warten

Freitag Abend ging es dann ein letztes Mal für mich ins Glacier's, die Open-Air-Disco hier. Nochmal ein bisschen tanzen, feiern, Spaß haben. Ich habe mich dann von Moshis Nachtleben verabschiedet, denn die nächsten beiden Wochenenden bin ich dann im Maasaidorf und auf Safari. Aber ich will mich ja nicht beschweren...

Den heutigen Sonntag habe ich genutzt, um mal wieder ein paar Souvenirs einzukaufen und damit nicht meinen Vater in meiner letzten Woche hier zu nerven  Meine Verhandlungskünste sind mittlerweile ganz gut, auch wenn ich wahrscheinlich trotzdem noch zu viel bezahlt habe. Eben den Ausländerpreis...

Und ich habe es endlich geschafft, Fotos von meinem Zuhause zu machen. Wird ja auch Zeit!

unsere Küche Wohnzimmer und Garten zugleich ;)    meine Waschmaschine :D

Moshi habe ich auch ein bisschen fotografiert!

Clock Tower Dala dala Zebrastreifen gibt's hier auch ;) unser Supermarkt mein Lieblingstransportmittel Tuktuk

Bleiben mir also noch zwei Wochen. Deutschland ist für mich noch ganz ganz ganz weit weg und ich kann mir momentan nicht vorstellen, bald schon im Flieger dorthin zu sitzen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, wie ich das finden soll...

Aber vorerst werde ich meine verbleibende Zeit noch genießen, möglichst viel sehen und erleben und mich dann irgendwann langsam von Tansania, Moshi und den Leuten hier verabschieden.

24Juni
2015

Neuer Arbeitsalltag und der Beginn des Ramadans

Nachdem die Schule ja seit vergangener Woche Ferien macht, bin ich nun zur Sozialarbeiterin geworden.

Gut, dass der eigentliche Sozialarbeiter Ema zurzeit zu Vorträgen in die USA gereist ist und ich mit meiner Mitbewohnerin Dorit (immerhin „Soziale Arbeit“-Studentin) die Arbeit übernehme. Zur Seite gestellt wurde uns Rashidi, der Computerlehrer des Salama Centers, der als Übersetzer dienen soll. So weit, so gut.

Erstes Problem: Der nette Übersetzer ist weder am Montag noch am Dienstag erschienen, sodass wir unverrichteter Dinge nach einer Stunde Wartezeit wieder eine halbe Stunde nach Hause gefahren sind. Sein Handy hat er verloren, somit ist er für uns unerreichbar  Gut, dass wir am Freitag die geplanten Familien auch schon nicht besuchen konnten, weil der Regen die „Straßen“ zu komplett überfluteten Matschwegen werden ließ...

Heute ist Rashidi dann – statt wie verabredet um 10 Uhr – erst um halb 12 gekommen. Immerhin hat er uns dieses Mal Bescheid gegeben, allerdings als wir zwei schon dort waren...

Zweites Problem: Meine Mitbewohnerin war zwar schon mal bei allen Familien, kennt aber die Wege nicht mehr genau (die kennt nur Ema). Rashidi kennt die Wege zum Teil auch nicht, und ich erst recht nicht. Die Familiensuche hat deswegen ein bisschen was von „Das verrückte Labyrinth“, die Wege sehen sich nämlich auch alle recht ähnlich...

Aber immerhin konnten wir heute ein paar Familien abhaken und wir haben ja noch diese und die nächste Woche für die restlichen acht Besuche. Sollte machbar sein! Wenn nichts dazwischen kommt...

 

Seit letzter Woche Donnerstag ist nun auch Ramadan und obwohl das tansanische Festland nicht so muslimisch geprägt ist wie Sansibar, sind einige Restaurants und Läden in Moshi tagsüber geschlossen. Nachmittags bereiten dann muslimische Frauen das Essen für den Abend vor und verkaufen dieses auch an der Straße. Meistens sind das so Kleinigkeiten, die 100 Shilling kosten, also knapp 4 cent. Für insgesamt 1000 Shilling ist man schon mehr als satt, ist also eine recht günstige Abendessenvariante...

Es gibt deftige und süße Speisen, bestehend aus z.B. Reis, Bananen, Blätterteig oder Kartoffeln, die aber alle eine Gemeinsamkeit haben: Sie sind in Fett gebacken, in viel Fett... Wir haben dazu dann einen Salat gemacht, für's Gewissen

Leider bin ich zum Ende des Ramadans nicht mehr vor Ort, soll dann ein richtig schönes Fest werden.

Morgen stehen dann wieder weitere Homevisits auf dem Programm. Ein bisschen Bewegung durch Majengo (so heißt der Stadtteil) tut nach dem Abendessen bestimmt gut

21Juni
2015

Das Salama Center in Bildern ;)

Heute gibt's zur Abwechslung mal nur Fotos und zwar von meiner Einrichtung, dem Salama Center. Vormittags werden hier kleine Kinder zwischen drei und sechs Jahren in der Nursery School unterrichtet und nachmittags kommen die älteren Schulkinder zur Nachmittagsbetreuung und zum Essen. Teilweise sind die Fotos vom Watoto Africa Day, weswegen die jüngeren und älteren Kinder gemeinsam zu sehen sind

Eingang Innenhof Die Nursery School in ihrer wunderschönen Uniform :D Computerraum Lehrerzimmer Küche beim Essen :) beim Tanzen :)

19Juni
2015

Arbeitslos :(

Naja, fast zumindest. Das Salama Center hat seit Mittwoch aus finanziellen Gründen geschlossen. Wie mir ja schon vor dem Urlaub zu Ohren gekommen ist, warten die Lehrer auf vier Monatsgehälter und nun ist auch kein Geld mehr für das Essen der Kinder vorhanden.

Deshalb kommen die Kinder erst Mitte Juli wieder ins Center, wenn ich leider schon abgereist bin. Sie haben gemerkt, dass ich ganz schön traurig bin, weil ich mich nun ungewollt schon ziemlich früh von den Kindern verabschieden muss- Deshalb haben sie angeboten, in meiner letzten Woche einen Tag zu öffnen. So kann ich dann meinem Papa meine Arbeitsstelle zeigen und meinen Kiddies noch "Auf Wiedersehen" sagen. Hab mich riesig darüber gefreut

Am Dienstag war zum Abschluss noch der Watoto-Africa-Day. Das ist ein Tag in Gedenken an ein Kindermassaker in Südafrika, welcher nun zum Feiertag für die Kinder hier geworden ist. In allen Waisenhäusern u.ä. wurde gefeiert und so auch im Salama Center: Es wurde getanzt, gesungen, gelacht. Am Ende haben alle dann zusammen gegessen und wir Freiwilligen haben noch ein bisschen Obst dazu gesponsort. War ein richtig schöner Nachmittag.

Meine letzten beiden Arbeitswochen werde ich nun damit verbringen, die Homevisits zu unterstützen. Familien von Waisen bzw. Halbwaisen bekommen Unterstützung durch das Center und diese werden regelmäßig besucht. Es wird dann nachgefragt, wie es ihnen gesundheitlich und finanziell geht und bei Problemen wird entsprechend geholfen. Manche Familien leben von gerade einmal 20€, das ist selbst hier zu wenig, um eine Familie zu ernähren. So bekommen diese neben Geld für Essen, Kleidung o.ä. auch eine Krankenversicherung. Auch die Schulleistungen der Kinder werden kontrolliert. Langfristig sollen diese Familien dann irgendwann die Unterstützung nicht mehr nötig haben.

Ich bin ganz gespannt, diese Familien und ihre Geschichten kennen zu lernen, auch wenn manche ganz schön traurig sind. Aber das gehört eben auch zu Afrika dazu...

 

15Juni
2015

Traumberge, Traumstrand, Traumwetter :)

Und schon sind acht Tage Urlaub auch wieder vorbei. Aber schön war's...

Dabei hatte es gar nicht so gut angefangen. Im Regen standen wir am Busstand, als uns gesagt wurde, unser Bus hätte auf dem Weg zu uns einen Unfall gehabt. Wir sollen entweder fünf Stunden warten oder ein Dala dala nehmen. Wir haben uns dann für das Dala dala entschieden. Wer weiß, ob der Bus überhaupt noch fahren kann...

Wir sieben also mit jeweils zwei Taschen in einen Kleinbus, bei dem jeder Platz belegt ist und manche sogar stehen mussten. Meine Beine konnte ich vor lauter Gepäck gar nicht bewegen, was sich dann nach etwa drei Stunden auch bemerkbar gemacht hat. Nach fünf Stunden Busfahrt sind wir dann endlich in Lushoto mitten in den Usambarabergen angekommen.

Am nächsten Morgen sollte die Wanderung dann losgehen. Dreieinhalb Tage lang sind wir über die Berge, durch Täler, mitten durch Felder, Wälder und kleine Dörfer hindurchgewandert. Etwa 6-7 Stunden für 20 km jeden Tag, mittags gab es immer eine kleine Pause, in der unser Guide John für jeden von uns Chapati mit Guacamole und Obst zubereitet hat.

Nach dem ersten Tag hatte ich mir schon Blasen gelaufen, aber es war noch ok. Die Tage darauf habe ich bedingt durch die Blasen dann wohl etwas eine Schonhaltung eingenommen, weswegen es am Ende der Wanderung dann elf Blasen waren. Irgendwann habe ich nicht mehr für Fotos gestoppt, weil das Loslaufen danach das Schmerzhafteste war. Gut, dass die anderen auch viel fotografiert haben.

Am dritten Tag wurden wir aber abends mit dem wohl schönsten Sonnenuntergang belohnt. Da konnte ich auch meine schmerzenden Füße mal kurz vergessen.

Die Usambaraberge Besuch unterwegs Sonnenuntergang :)

Und am vierten Tag stand das Highlight an. Morgens um 4:30 Uhr wurden wir geweckt, dann drei Stunden mit dem Bus gefahren, nochmal zwei Stunden gewandert und dann waren wir da: Eine Unterkunft, die ausgewanderten Deutschen gehört und wo wir Brot, Käse, Marmelade (alles selbstgemacht) und Obst bekommen haben. Ja, wir hatten alle richtig Hunger und haben es uns schmecken lassen. Danach ging es noch ein Stück weiter zum Irente View Point. Traumhafte Aussicht!!!!

Yummiiiii :) Irente View Point

Nach diesen Tagen in den beeindruckenden Usambarabergen ging es weiter nach Ushongo. Wieder 5 Stunden Busfahrt und noch ein paar Minuten Fähre bis wir im Nichts angekommen sind. Wir hatten zu zweit ein Banda (kleine Hütte) und den Strand ganz für uns alleine. Es gab außer uns einfach kaum Touristen. So haben wir uns drei entspannte Tage am Meer gemacht, waren schwimmen, am Strand spazieren (obwohl meine Füße eigentlich nicht mehr gehen wollten) und haben abends den wunderschönen Sternenhimmel bei einem Lagerfeuer genossen. Dank der vielen Sternschnuppen werden meine Wünsche wohl alle in Erfüllung gehen...

unser Banda Ushongo Beach :) Sonnenaufgang früh morgens

Gestern ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Moshi, insgesamt zehn Stunden Reise, aber immerhin entspannter als die Hinfahrt...

Auf jeden Fall sind wir uns alle einig: Diese Woche hat uns als Gruppe zusammengeschweißt und die gemeinsamen Tage werden wir wohl nie vergessen. Wir hatten aber auch Glück mit dem Wetter: nur Sonnenschein und das so kurz nach der Regenzeit. Perfekt

Für jeden, der einmal Tansania bereisen möchte: Die Usambaraberge und Ushongo sind definitiv eine Reise wert!!!

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